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Literaturtipps

Kapellen

St. Gotthard-Kapelle

Vor der nördlichen Querhausfassade steht die doppelgeschossige und kubisch anmutende Gotthard-Kapelle. An ihrer Ostseite ragt ein gegiebelter Vorsprung mit einer Apsis hervor. Bedeckt ist sie mit einem Walmdach. Das Untergeschoss wirkt sehr massiv und ist nahezu geschlossen - es wird nur durch das rundbogige Portal und kleinere Fenster unterbrochen. Eine Gliederung erfolgt allein durch ein Blendwerk aus Lisenen und Bogen-Friesen. Das Obergeschoss ist dagegen auf den sichtbaren Nord- und Ostseiten von einer Zwerggalerie (Laufgang) umgeben. Die einfache Form der Kapitelle der Zwerggalerie weisen darauf hin, dass die Gotthard-Kapelle zusammen mit dem Langhaus vor 1137 entstanden ist. Gebaut wurde die Kapelle wie auch das Langhaus aus hellem Muschelkalkstein, der aus den Weisenauer Brüchen südlich von Mainz stammte.

Die Kapelle diente als erzbischöfliche Privatkapelle. Die Residenz des Erzbischofs befand sich, bevor im 15. Jahrhundert die Martinsburg am Rhein gebaut wurde, in direkter Nachbarschaft zum Dom. (Noch heute heißt der Platz vor dem Dom "Höfchen"). Die Gotthard-Kapelle wurde unter Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken gebaut und 1137 dem heiligen Godehard geweiht.

Von der Residenz des Erzbischofs gab es einen direkten Zugang zum oberen Stockwerk, denn die Kapelle verfügt über zwei Stockwerke - eine Bauform, welche neben der praktischen Funktion auch eine soziale Hierarchie symbolisiert, nämlich die Trennung von Volk und Hofstaat. Das Portal zur Gotthard-Kapelle stammt aus der Zeit um 1240 und befand sich ursprünglich an der Rheinseite des Heiliggeist-Spitals und ist seit 1860 im Dom eingebaut.

Die St. Nikolaus-Kapelle

Die Nikolaus-Kapelle liegt im Westflügel des Kreuzgangs, direkt hinter der Memorie und ist von dieser aus erreichbar. Möglicherweise diente die Kapelle ursprünglich als Domschule, denn das Patrozinium des Hl. Bischofs Nikolaus, des Kinderpatrons, weist auf solch eine mögliche Bestimmung hin. Die Kapelle wurde zwar um 1382 von einem Domherren und seiner Mutter gestiftet, aber erst um 1400 ist sie zusammen mit dem Kreuzgang errichtet worden.

Nachweise

Verfasser: Elmar Rettinger und Rebecca Mellone

Literatur:

  • Arens, Fritz: Der Dom zu Mainz. Darmstadt 3. Auflage 2007.