Das Grabmal des Bonifatius

Vom einstigen Reliquiengrab des Erzbischofs Bonifatius (746-754) ist heute nur noch die Platte des so genannten Tumbagrabes (Tumba nennt sich der rechteckige, meist steinerne Unterbau oberhalb eines Grabes, auf dem die Grabplatte aufliegt) erhalten. Erzbischof Gerlach von Nassau ließ den Tumbadeckel 1357 für das Reliquiengrab des Bonifatius, das sich damals noch in der Kirche St. Johannis befand, anfertigen. Nachdem das Grab allerdings Baumaßnahmen zum Opfer gefallen war, wurde die Tumbaplatte 1823 im Mittelschiff des Domes aufgestell. Die Grabplatte besteht aus rotem Sandstein. Die Bemalung stammt allerdings aus dem 19. Jahrhundert.

Doppel-Bestattung

Bonifatius wollte selbst nicht im Mainzer Dom bestattet werden, sondern er hatte das Kloster Fulda als seinen Begräbnisort gewählt. Nachdem er am 5. Juni 754 in Friesland ermordet worden war, wurde sein Leichnam rheinaufwärts nach Mainz und dann nach Fulda gebracht. Man bahrte ihn im Dom auf und setzte nach damaliger Sitte seine Eingeweide zusammen mit den blutgetränkten Waschtüchern bei. Der Leichnam wurde dann weiter nach Fulda überführt.

Nachweise

Verfasser: Elmar Rettinger und Rebecca Mellone

Geändert am: 22.10.2010

Literatur: