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Die Geschichte des Mainzer Doms

Mitten in Mainz steht der mächtige Dom. Er ist das steinerne Symbol der Macht des Mainzer Erzbischofs als Stellvertreter des Papstes, Herr über das Mainzer Erzbistum und Reichsfürst. Er ist der Kristallisationspunkt einer langen kirchlichen Entwicklung in Mainz. Schon in spätrömischer Zeit hat hier eine Gruppe von Kirchen bestanden. Der Dom kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Um das Jahr 1000 von Erzbischof Willigis errichtet, hat er eine ständige bauliche Entwicklung erfahren. Immer wieder haben Naturkatastrophen und Kriege zu Zerstörungen geführt.

Schon aus der Vogelperspektive werden unterschiedliche Bauphasen deutlich: Die nach Osten in Richtung Rhein orientierte Fassade stammt aus der Zeit um 1100, die Turmaufbauten wurden im 19. Jahrhundert romanisiert. Der Westturm ist mit seinem romanischen Unterbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, dem gotischen Mittelteil vom Ende des 15. Jahrhunderts und dem barocken Abschluss vom ausgehenden 18. Jahrhundert ein charakteristisches Beispiel für den fortwährenden baulichen Wandel.

Betritt man heute den Dom, trifft man in jedem Winkel, an jeder Säule des Gebäudes auf Denkmäler. "Denk"-Mäler sind Gegenstände, die an etwas oder jemanden erinnern sollen. Im Mainzer Dom haben sich im Laufe der Zeit Erinnerungsstücke und Ausstattungsgegenstände wie Grabdenkmäler, Bilder, Altäre, Mobiliar, Fenster usw. angesammelt. Der Innenraum muss früher bis in den letzten Winkel ausgefüllt gewesen sein und ein malerisches Bild geboten haben. Der größte Teil der Ausstattung ist infolge von Kriegen und Unwettern zerstört oder bewusst entwendet worden. Dennoch ist der Dom heute noch das an Denkmälern reichste kirchliche Gebäude Deutschlands.
Vor allem die zahlreichen Grabdenkmäler, welche an verstorbene Erzbischöfe oder Domherren erinnern, gehören zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten im Dom. Nachdem sich vorher die Mainzer Bischöfe in der Kirche St. Hilarius und dann in St. Alban beisetzen ließen, wurden sie seit dem 11. Jahrhundert im Dom bestattet.
Der Mainzer Dom verfügt über die umfassendste Reihe von erzbischöflichen Grabdenkmälern in einer Kirche des Reiches. Die Denkmäler von über 40 Erzbischöfen im Mainzer Dom geben einen Überblick über die Kunstgeschichte vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Darüber hinaus lassen sie über 1000 Jahre deutsche Geschichte lebendig werden.