Das Grabmal des Matthias von Buchegg

Die Grabplatte des Mainzer Erzbischofs Matthias von Buchegg (1321-1328) war ein Tumbadeckel, dessen ursprünglicher Liegeort unbekannt ist. Seit 1743 ist sie an der heutigen Stelle aufgehängt. Der Deckel ist aus rotem Sandstein im hochgotischen Stil (1250-1350) gefertigt und wurde nach Spuren der ursprünglichen Farbfassung 1834 neu bemalt.

Bildprogramm und Ikonographie

Auf der Grabplatte ist Matthias von Buchegg in Person des Erzbischofes liegend und auf einem Kissen ruhend dargestellt. Unter seinen Füßen sitzen ein Löwe und ein Basilisk. Wie auch beim Grabdenkmal Siegfrieds III. von Eppstein steht dies ikonographisch für die Überwindung des Bösen. In der rechten Hand hält er seinen Bischofsstab. Neu ist das Attribut in Form eines Buches, das er in seiner Linken hält.

Gegenüber dem Tumbadeckel von Peter von Aspelt ist eine gestalterische Weiterentwicklung zu beobachten: Der Erzbischofs wird nicht nur von Blendarchitektur gerahmt – zudem wird er von Heiligenfiguren begleitet, die auf den Toten Bezug nehmen. Der hl. Benedikt (links oben) zeigt an, dass der Erzbischof aus dem Benediktiner Orden hervorging. Die hl. Katharina (links) unten ist vermutlich seine Fürbitterin in der Stunde des Todes. Der hl. Georg (rechts oben) spielt vielleicht auf die ritterliche Herkunft des Erzbischofs an. Bei der vierten Figur ist nicht eindeutig geklärt, ob es sich um die hl. Klara oder um die hl. Barbara handelt - auch ihre Funktion ist nicht belegt. Erstmals lassen sich auch Wappen auf einem Grabdenkmal finden - die von Mainz und der Familie Bucheck. Matthias war Angehöriger eines Westschweizer Grafengeschlechts. Sein Pontifikat stand allerdings unter keinem guten Stern (Biographie). Das Denkmal wurde Vorbild für alle erzbischöflichen Grabdenkmäler bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Die Inschrift zählt die Verdienste des Erzbischofs auf.

Inschrift

Mille trecentenis annis octoque vicenis. Mathias presul istic comes licet exul.

De buchecg natus tamen exilio bene gratus: Magnanimus iustus virtutum sole perustus./Aerar ut nostis invictus 7 hostib hostis:

Donis magnificus et amicis fulsit amicus./Se satis hic stravit dum religione notavit. hinc sublimari meruit quia pontificari.

Annos octo quidem non plene rexerat idem. heu datus hic tarmis probitatis iuxit in armis./Exequias deflendas pagas decasexta kalendas.

Octob´s iuxta sibi sint celi bona cuncta. amen

 

Im Jahre 1328: Mathias der Kirchenfürst, (liegt) hier, ein Graf aus dem Stamme von Bucheck,

allerdings fern der Heimat, jedoch der Fremde hochwillkommen: hochsinnig, gerecht, von der Sonne der Tugenden durchglüht. Wahrheitsliebend wie ihr wißt,

und seinen Feinden ein unbezwinglicher Feind; im Schenken großzügig und den Freunden ein Freund, so erstrahlte er. Als er in Frömmigkeit ein sehr demütiges

Leben führte, erfuhr er, daß er aus diesem erhöht werde, weil es ihm vergönnt war, zum Erzbischof erhoben zu werden. Acht Jahre, allerdings nicht voll, hat er

seines Amtes gewaltet. Er, der hier, ach den Würmern gegeben ist, er glänzte in der Rüstung der Redlichkeit.

Das beweinenswerte Leichenbegängnis läßt du ihm zu Teil werden am 16. Tag vor den Kalenden des Oktober: beschieden seien ihm alle Güter des Himmels.

Nachweise

Verfasser: Elmar Rettinger und Rebecca Mellone

Bearbeiter: Rebecca Mellone

Geändert am: 22.10.2010

Literatur: