Das Denkmal für Konrad II. von Weinsberg

Das Denkmal für Konrad II. von Weinsberg (1390-1396) ist das erste Erzbischofs-Wanddenkmal im Dom. Bis dahin waren Deckel für Tumbagräber üblich. Es ist aus grauem Sandstein gefertigt. Im Gegensatz zu den Denkmälern von Peter von Aspelt und Matthias von Buchegg fehlt bei diesem Denkmal der architektonische Rahmen.

Stil und Ikonographie

Der Erzbischof steht auf einem Löwen, in der linken Hand hält er den Bischofsstab und in seiner Rechten ein Buch. Über ihm sitzen zwei Engel, die das Schweißtuch Christi halten. Zudem wird er von vier Wappen umgeben. Oben sind die Wappen von Kurmainz und Weinsperg abgebildet – zu seinen Füßen liegen die Wappen von Mainz und Weinsperg.

Offensichtlich handelt es sich um die Arbeit eines Würzburger Künstlers. Das Grabdenkmal weist deutliche Parallelen zu vergleichbaren Denkmälern im dortigen Dom auf. Das lässt sich auch daran erkennen, dass der Erzbischof irrtümlich das Rationale trägt - einen Brust- und Schulterschmuck, der den Würzburger Bischöfen, aber nicht den Mainzern, zustand. Der schöne Kopf des Erzbischofs und die Art und Weise, wie sein Gewand in prächtige Falten gelegt wurde, sind typische Merkmale für die Stilstufe um 1400 – man spricht hier vom so genannten „Weichen Stil“.

Konrad II. von Weinsberg

Konrad entstammte einem angesehenen Adelsgeschlecht aus dem Neckarraum (Biographie). Er regierte in einer unruhigen Zeit und brachte es fertig, Fürsten, Herren, Rittergesellschaften und Städte des Mittel- und Oberrheins in Landfriedensbündnissen zusammenzuschließen. Ziel dieser Bündnisse war es, die Sicherheit wieder herzustellen und die wilden Fehden einzudämmen. Er starb - so steht es in der Inschrift - am 19. Oktober 1396.

Inschrift

Anno domini MCCCXCVI decimo nono die mensis octobri(s) obiit quondam reverendissimus in Christo pater ac dominus Conradus de Weinsperg archiepiscopus Moguntinus, cuius anima requiescat in sancta pace, amen.

Am 19. Oktober 1396 starb der einst hochwürdige Vater in Christus und Herr Konrad von Weinsberg, Mainzer Erzbischof, dessen Seele in heiligem Frieden ruhe, Amen.

Nachweise

Verfasser: Elmar Rettinger und Rebecca Mellone

Geändert am: 22.10.2010

Literatur:

  • Arens, Fritz: Der Dom zu Mainz. Darmstadt 3. Auflage 2007.
  • Nichtweiß, Barbara (Hrsg.): Lebendiger Dom. St. Martin zu Mainz in Geschichte und Gegenwart. Mainz 1998.
  • Schuchert, August: Der Dom zu Mainz. Mainz 4. Auflage 1963.
  • 2000 Jahre Mainz. Geschichte der Stadt-digital