Die Krypten

Die Ostkrypta

Schon um 1100, als man den Ostbereich des Domes neu baute, hatte man beschlossen, eine Krypta zu errichten. Der hohe Grundwasserspiegel auf Grund der Nähe zum Rhein vereitelte jedoch die ehrgeizigen Pläne. Erst in den Jahren 1872 bis 1876 konnte die Krypta im neoromanischen Stil vollendet werden.

Die Kapelle ist dem Heiligen Bonifatius geweiht. In der Tradition der alten Märtyrergräber muss jeder Altar mit der Reliquie eines Heiligen geweiht sein. Im Altar der Bonifatiuskapelle ist die Bonifatius-Reliquie sichtbar eingelassen. Hinter dem Altar ist eines der berühmtesten Kleinode des Domes zu erkennen.

Anlässlich der Wiederherstellung des Domes 1960 und des silbernen Bischofsjubiläums von Albert Stohr wurde ein Schrein gestiftet, der die Reliquien von 22 im Bistum Mainz besonders verehrten Heiligen enthält.

Der Schrein entstand in zwei Jahren; er wurde von dem Mainzer Goldschmied Richard Weiland gefertigt. Aus vergoldetem Silber, geschmückt mit Edelsteinen sind die Mainzer Heiligen dargestellt: Märtyrer und Bischöfe, Priester, Gelehrte und Soldaten, Bekenner, Jungfrauen und Witwen. Im Mittelpunkt steht St. Martin.

In der Bonifatiuskappelle befindet sich auch die ursprünglich im Altmünsterkloster aufbewahrte Schweißtuchreliquie.

Die Westkrypta

Die Westkrypta, auch Lulluskrpyta genannt, wurde zwischen 1925 und 1928 angelegt. Lullus war der Nachfolger des Bonifatius auf dem Mainzer Stuhl. Der Zugang erfolgt von zwei Seiten des Westquerhauses. Die Krypta dient als Bischofsgruft. 1971/72 wurde sie umgestaltet.

Bei der auf dem Altar stehenden Kreuzabnahme handelt es sich um eine süddeutsche Arbeit aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie befindet sich seit 1960 im Dom.